„Wenn wir wollen, dass alles bleibt wie es ist, dann ist nötig, dass alles sich verändert.“

… so  lautet es in einem Roman von  Giuseppe Tomasi di Lampedusa und so lautet auch die Botschaft der jungen Streikenden, die nun schon seit Monaten regelmäßig statt in der Schule zu sitzen auf die Straße gehen. Wenn wir den Klimawandel aufhalten wollen, dann kann nicht alles weitergehen wie bisher. Es braucht einen Wandel in unseren Sichtweisen und Gewohnheiten. Das gilt für jeden Einzelnen und das gilt auch für unsere Gemeinden. Wir sollten verantwortlich mit dem umgehen, was uns anvertraut ist.
Wie kann das praktisch gehen? Herr Lemke berichtet von dem Prozess, auf den sich seine Gemeinde in Niederschöna bereits vor Jahren eingelassen hat. Sie war die erste Gemeinde in Sachsen, die den „Grünen Hahn“ erhalten hat.

Kerstin Göpfert
Referentin für den Ökumenischen Weg

Auch der weiteste Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Doch selbst wenn das Ziel klar ist, weiß man nie genau, was auf dem Weg bis dahin zu erwarten ist. Fehltritte, Umwege, Sackgassen… Will man das riskieren? In vielen (kirchlichen) Gremien hat man den Eindruck, dass neue Wege grundsätzlich als etwas Gefährliches angesehen werden. Viele Argumente werden dagegen gesammelt, statt sich gemeinsam mit der Vorbereitung auf die Wegstrecke zu beschäftigen, die ja oft zwangsläufig zu gehen ist um zu bestehen. Das fängt beim Überleben einer Dorfgemeinde an und geht bis zu globalen Maßnahmen für den Klimaschutz. Dabei hat Gott uns ja bekanntlich nicht den Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit. Die Beste Ausstattung also, für welchen Weg auch immer. Gut, in einigen Bereichen wird tatsächlich über eine Kehrtwende gesprochen, teils schon seit mehreren Jahrzehnten. Eigentlich wissen wir, dass wir im Umgang mit unserer (Um)welt und teils unseren Mitmenschen auf dem falschen Pfad sind und weit von dem entfernt was Jesus vorgelebt hat. Eigentlich. Und dann kommt uns der Alltag dazwischen.
Bei einer Tagung hörte ich einst den treffenden Satz: „Christen sind wie Wegweiser. Sie zeigen den Weg, aber gehen ihn nicht“. Vielleicht sollten wir uns statt als Wegweiser eher als Pfadfinder nützlich machen. Wenn das Ziel klar ist müssen wir uns „nur“ noch durch den Dschungel des Alltags kämpfen, mit seinen Stolpersteinen aus Bequemlichkeit, den Fallstricken des angeblich Notwendigen, dem Gestrüpp der Angepasstheit… Wenn wir diese überwinden, können wir zeigen und vorleben, dass unser Wirken sehr wohl mit den Grundsätzen der Gerechtigkeit, des Friedens und der Bewahrung der Schöpfung vereinbar ist. Die Initiative „Grüner Hahn“ kann vielleicht ein Werkzeug dafür sein. Hier geht es nicht um Einfluss und Geld. Hier geht es darum wie in der Gemeinde glaubwürdig an der Bewahrung der Lebensgrundlagen aller auf dieser Welt gearbeitet werden kann. Dabei ist natürlich kein Werkzeug ein so scharfes Schwert, dass es alle Probleme zu lösen vermag. Aber manchmal ist es wichtiger, einfach mit der Arbeit anzufangen, statt ständig an seiner Vorbereitung zu feilen. Manchmal ist es einfach der erste Schritt, der, mit Besonnenheit gesetzt, den Weg bereitet. Hier ist natürlich das Beispiel von Greta Thunberg naheliegend, aber auch viele andere erste Schritte haben die Welt zu dem gemacht was sie heute ist und viele weitere erste Schritte können sie zu einem Ort machen an dem alle Geschöpfe eine Perspektive haben und der Gottes Liebe widerspiegelt.

 

Als erste Einrichtung der Landeskirche Sachen erhielt die Kirchgemeinde Niederschöna im Sommer 2014 das Zertifikat „Grüner Hahn“ . Das Umweltteam gründete sich bereits drei Jahre zuvor mit zunächst 4 Personen. Anfang 2012 erfolgte der offizielle Beginn der Arbeit am Umweltmanagement.
Inzwischen gehören dem Team ca. 10 Personen an. Schwerpunkt seiner Tätigkeit ist die Öffentlichkeitsarbeit in Form von Gemeindeveranstaltungen, Gottesdiensten und Artikeln in den Gemeindenachrichten. Begleitend werden anhand des Umweltprogramms Vorschläge für ein (um-)weltfreundliches Leben in der Gemeinde mit dem Kirchenvorstand diskutiert. So z.B. bezieht die Gemeinde inzwischen Ökostrom, und besorgt ökologische Lebensmittel für ihre Veranstaltungen sowie Recyclingpapier für Bürobedarf und Gemeindenachrichten

Auch wenn nicht alle Ideen umgesetzt werden können, wird das Umweltteam als wichtiger Bestandteil der Gemeindearbeit wahrgenommen, der durch das Engagement seiner Mitglieder die Gemeinde und die Welt ein Stück lebenswerter macht.

Mehr Informationen zum kirchlichen Umweltmanagement bzw. „Grünen Hahn“ finden sie hier.

Friedemann Lemke von der Kirchgemeinde Niederschöna

Machen Sie auf den Ökumenischen Weg aufmerksam.

Wir von der Initiative Ökumenischer Weg bieten mit unserer Webseite Gemeinden eine Plattform, die Referentinnen und Referenten für Themenabende, Gruppen und Kreise vermittelt, gelungene Projekte vorstellt und somit Anregung bietet für das eigene gemeindliche Engagement und wir bieten die Möglichkeit, Veranstaltungen zu bewerben, die die Themenfelder, Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung berühren.
Um dieses Angebot bekannter zu machen, bieten wir auf unserer Webseite Grafiken und Texte an, die Sie in Gemeindebriefen oder auf Ihrer Webseite nutzen können, um auf den Ökumenischen Weg aufmerksam zu machen.

Termine im Juni 2019

10. Juni 2019 ab 10.30 Uhr – Umweltgottesdienst in der Ökokirche Deutzen – anschließend Markt der Möglichkeiten und Podiumsdikussion
18. Juni 2019 ab 18.30 Uhr – „Los geht’s!? – Mobilität in Dresden: nachhaltig und fair!“ – Nagel-Treffen in der St.Petri-Gemeinde Dresden
19.-23. Juni 2019 Evangelischer Kirchentag in Dortmund – u.a. mit einem „Friedensdorf“ auf dem Markt der Möglichkeiten
23. Juni 2019 ab 10.00 Uhr – Kanzelreden 2019 Teil 3: „Homo digitalis – der nächste Schritt der Evolution?“ in der Michaeliskirche Leipzig

Mehr Informationen zu den Veranstaltungen finden Sie auf unserer Webseite.