Mit offenen Augen durch die Welt gehen

Im Urlaub haben wir Zeit zum Wandern, zum Baden in der See, zum Entdecken von Landschaften und zum Staunen über die Natur. Staunen und Entdecken können auch Daheimgebliebene im eigenen Garten oder bei ausgedehnten Spaziergängen in der Umgebung. Ich spüre dann immer wieder, wie sehr mir die Natur gut tut. Ich genieße die Weite und den Ausblick, der sich nach jeder Wegbiegung ändert. Ich freu mich an der Vielfalt und an der Genialität des Werkes unseres Schöpfers.

Der zweite trockene Sommer in Folge macht mir aber auch deutlich, wie fragil und bedroht das Gleichgewicht der Natur ist. Das Wort Klimakatastrophe ist in aller Munde. Wir Menschen sind dabei, die uns von Gott anvertraute Erde zu zerstören. Die Zeichen dafür sind leider auch überall sichtbar. Unsere Freude über die Schöpfung schließt auch die Verantwortung mit ein.

Beim Tag der Schöpfung machen wir uns bewusst, wem wir alles zu verdanken haben und welche Herausforderung für uns darin liegt, an der Erhaltung mitzuwirken. Seit 2010 wird in Deutschland in ökumenischer Verbundenheit der Tag der Schöpfung gefeiert. Der gemeinsame Glaube an den einen Schöpfergott und die gemeinsame Aufgabe der Bewahrung der Schöpfung eint die Kirchen und stärkt das Miteinander. Wenn das kein Grund zum Feiern ist…

 

Ich wünsche Ihnen weiterhin eine gesegnete Sommerzeit!

 

Kerstin Göpfert

Referentin für den Ökumenischen Weg

… starke Institutionen. Wie bitte? Ich musste zweimal hinschauen. Aber genauso steht es da: „Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen“. So heißt das 16. Ziel der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung.

Die uns geläufige Trias von Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung scheint auf internationaler Ebene kaum beachtet zu sein. Mir wird dabei auch bewusst, dass uns diese Begriffe nicht gehören. Sie haben zwar biblische Grundlagen, werden aber üblicherweise in ganz verschiedenen Zusammenhängen gebraucht, unterschiedlich verstanden und interpretiert. Eine entscheidende Rolle haben sie in unseren Kirchen leider nie gespielt. Jedoch: was wäre die Bibel ohne die Rede von Gerechtigkeit und Frieden und ohne den Anfang von allem, die Schöpfung?

Wir, die wir uns auf den Ökumenischen Weg begeben haben, tragen diese Begriffe mit uns, wohlwissend, dass diese Ziele seit mehr als 30 Jahren, seit den Ökumenischen Versammlungen die gleichen geblieben sind. Unser Alleinstellungsmerkmal ist es, dass wir immer den Zusammenhang herstellen, dass wir für uns diesen „Dreierpack“ nur als Einheit denken können. Deshalb kann es für mich zum Beispiel keinen „gerechten Krieg“ geben. Deshalb kann ich nicht über Klimaschutz reden, ohne auf Klimagerechtigkeit hinzuweisen. Deshalb kann ich nicht Gottes Gerechtigkeit rühmen, ohne konkrete soziale Schieflagen zu benennen. Die biblischen Propheten sind dafür Vorbilder. Dass „Gerechtigkeit und Friede sich küssen“ bleibt unsere Sehnsucht.

Auch wenn wir uns in diesem Jahr besonders an die ökumenische Versammlung vor 30 Jahren erinnern, geht es nicht um eine Erinnerungskultur. Der Konziliare Prozess ist noch nicht abgeschlossen, deshalb ist der Ökumenische Weg eine Selbstverständlichkeit. Er hat nicht erst jetzt begonnen, und es darf nicht einer kleinen Gruppe überlassen bleiben, ihn weiter zu gehen und mit Leben zu erfüllen.

Kirchliches Handeln sollte sich daran messen lassen. Dabei sind dann sogar die Begriffe zweitrangig – und neue Begriffe kommen hinzu: fairer Handel, gewaltfreie Kommunikation, Energieberatung, Klima-Kollekte, Partnerschaft, Solidarität, anders wachsen und vieles andere mehr.

Wir werden als Kirchen daran gemessen, wie wir das umsetzen, von dem wir reden. Wenn wir gesellschaftlich relevant sein und bleiben wollen, muss der Ökumenische Weg erkennbar sein in unseren Gemeinden, in Predigten wie im Kirchenrecht.

Was uns dabei eigen ist, ist die Rede von der Schöpfung. Die meint mehr als „Umwelt“. Sie schließt Fragen nach dem Woher und Wohin ein und bezieht sich natürlich auf den Schöpfer.

Im Jahr 1989 begann die Ökumene, dieser Überzeugung jährlich an einem besonderen Tag Ausdruck zu verleihen. Seit 2010 feiert die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen am ersten Freitag im September einen ökumenischen Tag der Schöpfung. Das Lob des Schöpfers, die eigene Umkehr angesichts der Zerstörung der Schöpfung und der aktive Schutz – die uns vertraute Bewahrung der Schöpfung – stehen an diesem Tag im Mittelpunkt.

In vielen Kirchen wird die Zeit vom 1. September bis 4. Oktober als Schöpfungszeit begangen, die kreative Möglichkeiten von Fastenaktionen bis zur Einbindung des Erntedankfestes bietet. Das diesjährige Motto am 6. September heißt „Salz der Erde“. Und damit schließt sich der Kreis. Denn wenn sich die Kirchen der Aufgabe bewusst sind, Salz der Erde zu sein und die damit verbundenen Erwartungen zu erfüllen, dann können sie die eingangs genannten starken Institutionen sein.

 

Heiko Reinhold

ehemaliger Umweltbeauftragter der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens

Kirche und Diakonie beteiligen sich an Unteilbar-Demonstration

Für den 24. August lädt ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis zu einer großen Demonstration für eine offene und freie Gesellschaft nach Dresden ein. Die Diakonie Sachsen wird gemeinsam mit verschiedenen landeskirchlichen Akteuren unter der Überschrift „Kirche und Diakonie“ dabei sein.
Allgemeine Informationen zur Demonstartion: www.unteilbar.org

Youthtopia 2019 – Aktionstreffen gegen Kinderarbeit

Vom 30.8.-1.9.2019 veranstaltet Brot für die Welt Jugend in Weimar das bundesweite Aktionstreffen YOUTHTOPIA für Menschen zwischen 14 und 27 Jahren, die sich für eine gerechte Welt einsetzen wollen. Unter dem Motto „Bildung statt Kinderarbeit“ wird es eine kreative Straßenaktion auf dem Theaterplatz und vielseitige Workshops geben. Internationale und interkulturelle Gemeinschaft, die Vernetzung von Nachhaltigkeitsinitiativen und das Kennenlernen von Brot für die Welt Jugend machen YOUTHTOPIA zu einem besonderen Erlebnis. Die Teilnahmegebühr beträgt nur 10 Euro.
Mehr Informationen und Anmeldung: www.brot-fuer-die-welt.de/jugend/youthtopia

1. September – 80 Jahre nach Beginn des 2. Weltkriegs

Mit einer Erklärung erinnert die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden an den Beginn des 2. Weltkrieges vor 80 Jahren.  „Der 1. September 1939 ist bis heute Mahnung für Versöhnung, Frieden und Gerechtigkeit.“ Darum fordert die EAK  die Christinnen und Christen auf, sich auch heute einzumischen, wenn der Frieden gefährdet ist.
Die Erklärung in ihrem ganzen Wortlaut finden sie hier.
Sollten Sie in ihren Gemeinden am 1. September an diesen Tag vor 80 Jahren erinnern wollen, so finden Anregungen und Material für Gottesdienste und Arbeiten mit Gruppen in einem Materialhelft des Ökumenezentrums der beiden hessischen Kirchen.
Das Materialheft als Download: www.zentrum-oekumene.de

Nachhaltig durch das Kirchenjahr 

Ein neues Materialheft mit 23 Entwürfen für Gottesdienste und Andachten zu den Nachhaltigkeitszielen der Agenda 2030 entstand in der EKD. Mit den Gottesdienstmaterialien sollen die Nachhaltigkeitsziele in den Kirchengemeinden bekannter gemacht und die Quellen des christlichen Glaubens für ein Engagement in Richtung Nachhaltigkeit erschlossen werden.
Das Materialheft als Download: www.ekd.de

Termine im August 2019

  • 24. August 2019 ab 13 Uhr: Unteilbar-Demo in Dresden
  • 29. August 2019 ab 17 Uhr: „Leben ohne Plastik“ – ein Seminar in der Heimvolkshochschule Kohren-Sahlis
  • 30. August – 1. September 2019: „Bildung statt Kinderarbeit“ Youthtopia 2019 – Aktionstreffen gegen Kinderarbeit in Weimar
  • 30. August 2019 ab 17 Uhr: „Wir sind mehr als die Zwölf“ – Paritätisch leiten in der Kirche – Kirche in Vielfalt gestalten“ ein Seminar im Haus der Kirche in Dresden
  • 1. September 2019 ab 10 Uhr: „Wasser – eine knappe Ressource auf unserem blauen Planeten“ – Kanzelreden 2019 Teil 4 in der Michaeliskirche in Leipzig
  • 2. September 2019 19:30 Uhr: „Versöhnung leben“ Montagsforum in Bad Elster
  • 6. September 2019: „Salz der Erde“ Tag der Schöpfung – Gottesdienst in Wurzen

Mehr Informationen finden Sie unter Veranstaltungen