Gemeinsam…
… lässt sich eine Menge schaffen.
… gehen viele Dinge leichter von der Hand.
… kann man Erfahrungen teilen und Anteil nehmen.
… auf einen Nenner zu kommen ist nicht immer einfach.

Die 150 Delegierten und Berater der „Ökumenischen Versammlung für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung“ sind vor 30 Jahren gemeinsam ein großes Projekt angegangen. Und sie haben nicht nur ein bedeutendes Papier  erarbeitet. Sie haben gemeinsam nach einem Weg gesucht, als Christen glaubwürdig in der Welt zu leben und diese aktiv mitzugestalten. Dieses Ringen miteinander und das Fragen nach Gottes Auftrag hat sie verändert. Die gesteckten Ziele sind bis heute nicht alle erreicht. Aber die Sehnsucht ist geblieben – die Sehnsucht hier auf Erden Gottes Reich mit auszubreiten.
Bei einer Tagung am 27. März in Berlin gedachte man der 30 Jahre Ökumenische Versammlung . Es kamen viele der Akteure von damals wieder zusammen. Da lag eine ganz besondere Stimmung in der Luft. Sie erinnerten sich an gemeinsam Geschafftes und fragten nach den Herausforderungen für heute. Die Sehnsucht von damals war wieder greifbar. Viele Fragen sind heute mindestens genauso drängend. Ob es uns gelingt, an diese Sehnsucht mit anzuknüpfen? Lasst uns gemeinsam die Suche fortsetzen und handeln, wo es möglich ist. Es gibt noch eine Menge zu tun.

 

Kerstin Göpfert
Referentin für den Ökumenischen Weg

30 Jahre Ökumenische Versammlung für Gerechtigkeit, Frieden und Schöpfungsbewahrung

Ein Netz – bestehend aus vielen tausend einzelnen bunten Bändern, die im Gottesdienst miteinander verknüpft worden waren, ohne zu wissen, was das ergeben würde – und dann das Netz aus der Höhe, durch die Menschen verbunden – das war für alle, die dabei waren, ein sprechendes Zeichen, ein Symbol für die Zusammenarbeit der vergangenen Jahre, ein Sinnbild für die Ergebnisse, die nun übergeben wurden – ein Netz aus Beziehungen, ein Netzwerk aus Einwürfen und Einsichten als tragfähige Basis für die weiteren Wege. So wurde es mir beschrieben von denen, die es erlebt haben – und es hat mich immer tief beeindruckt – 30 Jahre ist das nun her.
Vor 30 Jahren endete die Ökumenische Versammlung in der DDR, und ein kurzer Blick in die Zeit macht ihre kirchengeschichtliche und gesellschaftspolitische Relevanz wieder deutlich.
Zum ersten Mal seit der Reformation hatten alle 19 Mitgliedskirchen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der DDR (AgCK) zusammengearbeitet; über mehr als ein Jahr hatten 150 Delegierte und Berater miteinander beraten, gestritten und verhandelt. Die Gemeinden und Initiativgruppen waren eingeladen gewesen, ihrerseits ihre Positionen, Sorgen, Befürchtungen und Vorschläge einzusenden, über 10.000 Zuschriften kamen. Die Ökumenische Versammlung in der DDR nahm damit die Einladung auf, die der Ökumenische Rat der Kirchen 1983 ausgesprochen hatte, nämlich, sich zu einem konziliaren Prozess für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung zu verbinden und sich, aus christlicher Sicht, den Überlebensfragen der Menschheit zu stellen.
Am Ende wurden von den Delegierten 12 Ergebnistexte und eine theologische Grundlegung verabschiedet, die am 30. April 1989 in einem Ökumenischen Gottesdienst in der Kreuzkirche den Kirchenleitungen als Auftrag zur Weiterarbeit und Umsetzung übergeben wurde. Die Dokumente enthalten neben einer Ist-Analyse immer auch Handlungsempfehlungen für Kirchen, Gemeinden und Einzelne zur konkreten Veränderung von Lebensstilen, Verschwendung von Ressourcen, Umgang miteinander und in der Welt, darin sind sie bis heute aktuell. Mehrere Delegierte engagierten sich anschließend im Sommer und Herbst 1989 in neu gegründeten Parteien, wurden Mitglieder in der 1990 gewählten letzten DDR-Regierung, andere gründeten Vereine und Initiativen, zum Beispiel das Ökumenische Informationszentrum im Sommer 1990, arbeiteten in neu eingerichteten Stellen in und außerhalb der Kirchen, gaben und geben ihr Wissen, ihre Erfahrungen und ihren Mut, Fragen zu stellen und Probleme zu benennen, weiter.
Die theologische Grundlegung hatte drei vorrangige Optionen – für die Armen, für die Gewaltfreiheit, und für die Förderung und des Schutz des Lebens – formuliert, die das Handeln und die Analyse bestimmen sollten. Und diese Blickrichtung ist immer noch hilfreich, wenn auf die Herausforderungen von heute zu schauen ist, die das Überleben bedrohen und gefährden. Und heute wie damals kommen die drängenden Fragen nicht so sehr aus den Kirchen selbst, vielmehr werden sie ihnen, also uns, den Christen, die wir in dieser Welt leben, gestellt, wie allen anderen Menschen auch, die Frage nach Lebensstil, Ressourcenverbrauch, Friedensfähigkeit … Der bleibende Verdienst der ökumenischen Bewegung ist, dass diese Fragen nicht mehr am Rande stehen, nicht mehr als „weltlich“ abgetan werden können, sondern ins Zentrum christlicher Verkündigung gerückt sind, als Frage und Haltung, an der sich Nachfolge entscheidet. An diesem Netz ist immer noch weiter zu knüpfen, auf diesem Weg ist weiter zu gehen – auch in unseren Tagen.

Elisabeth Naendorf, Geschäftsführerin im Ökumenischen Informationszentrum Dresden

ACK Sachsen verabschiedet Wort zu Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung

Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen im Freistaat Sachsen hat auf Ihrer Konferenz am 28. März 2019 eine Erklärung anlässlich des 30. Jahrestages der Ökumenischen Versammlung in der DDR herausgegeben. Sie erinnert an die starken Impulse, die von der Ökumenischen Versammlung in der DDR sowie von der Europäischen Ökumenischen Versammlung in Basel 1989 ausgegangen sind und benennt mit Sorge die Herausforderungen, denen sich Christen und Kirchen aktuell stellen müssen. In der Erklärung heißt es:
„Wir wissen uns von Gott in die Verantwortung gerufen für unsere Nächsten in der Nähe und in der Ferne. Unsere Sorge, unser Engagement und unser Gebet gelten allen Menschen, unabhängig von Herkunft, sozialem Status, Geschlecht und Religion. Mit Sorge nehmen wir wahr, dass die weltweite Gemeinschaft auf der einen bewohnten Erde bedroht und auch der Zusammenhalt in unserem eigenen Land gefährdet ist. In Anbetracht des Ernstes der Situation in Deutschland und Europa erneuern wir unser Engagement und erheben unsere Stimme für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung.“

Das „Wort zu Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung“ können Sie als Ganzes  hier im PDF-Format ansehen und herunterladen.

Termine im April 2019

8. April 2019 ab 19.30 Uhr – Auf dem Weg zu einer Kirche der Gerechtigkeit und des Friedens – Gemeindeabend in Bad Schandau
9. April 2019  ab 19.30 Uhr – Fair Trade und andere Alternativen – Informationsabend in Wolkenstein
10 April 2019 ab 8.30 Uhr – Fachtag „Nächstenliebe-Polizei-Gesellschaft“ in Chemnitz
20. April 2019 10:00 Uhr – Ostermarsch in Leipzig – ab Augustusplatz
22. April 2019 10:00 Uhr – Ostermarsch in Dresden –  Route 1 ab Hauptbahnhof (Wiener Platz), Route 2 ab Neustädter Bahnhof

Mehr Informationen finden Sie in der Rubrik Veranstaltungen.