Die Freiheit, durch die Welt zu ziehen

In diesen Tagen ist in den Medien viel von den Wendeerfahrungen zu hören und von der gewonnenen Freiheit, die mit dem Mauerfall einherging. Für viele Menschen ist vor allem die Reisefreiheit ein echter Zugewinn gewesen, der seither ausgiebieg genutzt wird. Ich staune immer, in welch entfernte und auch manchmal exotische Länder der ein oder andere reist. Und doch sind viele dieser Reisen oft mit Strand und Sightseeing verbunden. Wer kann schon in ein, zwei Wochen so richtig in eine fremde Kultur eintauchen? Diese Chance der intensiven Auseinandersetzung mit dem Fremden und auch mit sich selbst, die haben vor allem junge Leute im Rahmen von Freiwilligendiensten. Mich berührt es bis heute, dass Abenteuer wie diese heute so selbstverständlich möglich sind. Vor gut dreißig Jahren hätte man das kaum zu träumen gewagt. Danken wir Gott für all die gewonnenen Möglichkeiten und für jene jungen Menschen, die sich mutig darauf einlassen, ihr Können und ihre Zeit zu investieren, um Brücken in ferne Gegenden zu schlagen und praktisch mit anzupacken.

Wer sich gern näher über Freiwilligendienste und Friedensdienste informieren möchte, kann beim Ökumenischen Festtag  am 20. November in Dresden den entsprechenden Workshop besuchen und erfährt dabei einiges über die Rahmenbedingungen.

Kerstin Göpfert
Referentin für den Ökumenischen Weg

Wer hat nicht schon diese Erfahrung gemacht? Man erlebt Neues und Anderes und hat dann etwas zum Erzählen. So lernen wir andere Menschen mit ihren Kulturen, Religionen und aber auch ihren Nöten kennen und verstehen.
Wie viel mehr gilt dies, wenn junge Menschen für ein ganzes Jahr in die Welt hinaus gehen. Als Freiwillige wollen sie für ihr Leben lernen und auch anderen helfen. Inzwischen haben sich die Wege in einen solchen Dienst geweitet. Gingen sie früher im Auftrag von kirchlichen Institutionen als sogenannte Missionare und Missionarinnen in Länder mit Notsituationen, gibt es heute auch staatliche Programme. Wir Kirchen unterstützen dieses Engagement. Es zeigt doch auch eine innere Verbindung als Weltkirche und eine christliche, gemeinsame Verantwortung füreinander. Gut vorbereitet starten die jungen Laute nach dem Abitur in die neue Herausforderung. Dort angekommen ist dann vieles anders. Ob Indien, Israel oder ein anderes Land – es beginnt mit einem total neuen Leben.
Abigail – eine Dresdner Abiturientin – ging zusammen mit 4 Anderen im Auftrag der Franziskaner für 1 Jahr nach Indien. Im Vorfeld lernten sie viel über die Kultur und die Lebensgewohnheiten von dort. In der realen Welt ist aber vieles anders – das Essen, die Unterkunft und eigentlich alles. Gleichzeitig stellen die Aufgaben oft eine große Herausforderung dar. Sehr schnell müssen sie Rollen ausfüllen, die bei uns eine Ausbildung erfordern. Als Erzieher oder gar als Lehrer werden sie eingesetzt. Gerade selbst noch Schülerin und ohne ein Studium werden sie ins Wasser geworfen und sollen Kinder erziehen. Bei Abigail hieß das, in Chennai junge Obdachlose zu betreuen. Mit 18 Jahren die Grenze zwischen Kumpeline und Verantwortliche ausloten und praktisch auszufüllen, ist eine große Herausforderung. Oder aber Marie, die mit einem Mal zur Englischlehrerin wurde. Für sie unvorstellbar gab es in Kerala noch ganz selbstverständlich die Prügelstrafe. Jetzt wollte sie ihre Ideale umsetzen – gegen die Praxis der „erwachsenen“ Lehrer. Sehr sensibel musste auch auf die andere Religion geachtet werden.
Bei einem Besuch in dieser Projektstelle konnten wir uns dann überzeugen, dass dies gelungen ist. Voller Stolz präsentierte sie uns mit ihren Schülerinnen und Schülern die Lern- und Erziehungserfolge.
Nach ihrem Einsatz kommen die Jugendlichen mit einer reichen Lebenserfahrung zurück. Das Leben hat sie oft schnell und radikal reifen lassen. Eltern berichten immer wieder davon. Der Blick hat sich geweitet. Und es bleibt eine „ewige“ Verbundenheit mit den Menschen und dem Land. Aber auch wir Hiergebliebene profitieren davon. Zum Einen bauen die Freiwilligen Unterstützerkreise auf. Dort sammeln sie Geld für ihr Projekt und ihren Einsatz. Aber mehr noch zählt, dass sie uns von ihren Erlebnissen und den Menschen berichten. Briefe, Mails, Blogs und vieles mehr schaffen eine neue Verbindung. Spannende Berichte in der Familie oder in den Gemeinden lassen auch die Bilder lebendig werden. So können auch wir besser in die Situation der Menschen dort eintauchen und die Verstrickungen mit unserem Lebensstil erkennen.  Die Freiwilligen halten uns dann den Spiegel vor. Dies kann uns anregen, auf eine gerechtere Art und Weise zu leben, Dinge neu wertzuschätzen und freigiebiger zu helfen. Und am Ende steht ein „Ich komme wieder.“

Ulrich Clausen
Bereich Kontakte zu Weltkirche im Bischöflichen Ordinariat – Bistum Dresden-Meißen

Der Ökumenische Weg in den Medien

Anlässlich des globalen Klimastreiks am 20. 9. läuteten in einigen Gemeinden um 11:55 Uhr die Glocken und es gab die Einladung gemeinsam Andacht zu halten. Wir hatten als Initiative Ökumenischer Weg dazu eingeladen. Über die Aktion berichtete das Sachsen-Fernsehen in ihrer Sendung Drehscheibe . Ab dem 7. Oktober gibt es einen weiteren Beitrag zur friedliche Revolution und dem Ökumenischen Festtag in der Sendung „Evangelisch in Sachsen“, die in diversen Lokalfernsehsendern und bei BibelTV ausgestrahlt werden und dann auch über YouTube abrufbar sein wird.

Ein breites Bündnis fordert ein Lieferkettengesetz

Mit einer Petition wendet sich die Initiative Lieferkettengesetz, bestehend aus zahlreichen großen und kleinen Organisationen,  an die Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie fordert darin einen gesetzlichen Rahmen zu schaffen, mit dem Unternehmen verpflichtet werden, auch im Ausland Menschenrechte und Umweltstandards zu achten. Unternehmen, die für Schäden an Mensch und Umwelt verantwortlich sind, sollen dafür haften. Geschädigte sollen auch vor deutschen Gerichten ihre Rechte einklagen können.
Weitere Informationen und die Möglichkeit zu unterzeichnen:  www.lieferkettengesetz.de

Erklärung zu nachhaltiger Entwicklung und Landwirtschaft

„Wir treten ein für eine Ernährungs- und Agrarwende, die unabdingbar ist, um die Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Ähnlich wie bei der Energiewende braucht es dazu ein Ausstiegskonzept aus der industriellen Landwirtschaft mit Zielen, Zeitvorgaben und sozialen Ausgleichsmitteln.“
Beim zweiten Nachhaltigkeitsforum der EKD in Bad Boll wurde eine Erklärung formuliert, die zu einer Ernährungs- und Landwirtschaftswende aufruft.
Den Wortlaut der Erklärung finden sie als Download hier
Mehr Informationen finden sie unter www.ekd.de

Termine im Oktober 2019

  • 7. Oktober 2019 ab 12.30 Uhr: Friedensgebet zum 75jährigen Gedenken des Bombenangriffs auf Freiberg in der Jakobikirche Freiberg
  • 8. Oktober 2019 ab 17 Uhr: Friedensgebet zum Gedenktag an die Friedliche Revolution in der Kreuzkirche anschl. Ehrung am Denk- und Mahnmal „Steine des Anstoßes“
  • 9. Oktober 2019 ab 17 Uhr: Friedensgebet zum Tag der Friedlichen Revolution in der Nikolaikirche in Leipzig mit Fernsehübertragung
  • 9. Oktober 2019 ab 20 Uhr: Gedenkkonzert Friedliche Revolution in der Peterskirche Leipzig
  • 11. Oktober 2019 ab 19 Uhr: „Meins gegen Deins“ – Kleidertauschabend in Freiberg
  • 12. Oktober 2019 ab 11 Uhr: „FRIEDEN SUCHEN FINDEN“ Ehrenamtlichentag der Ev Jugend Sachsen in Dresden
  • 12. Oktober 2019 14-21.30 Uhr: „30 Jahre friedliche Revolution – unsere Träume damals und heute“ Christliches Friedensseminar Königswalde
  • 12. Oktober 2019 ab 15 Uhr: Sternmarsch in Meißen zum Gedenken an die friedliche Revolution im Herbst 1989 in Meißen
  • 19. Oktober 2019 ab 14.30 Uhr: „Walk for freedom“ in Dresden
  • 27. Oktober 2019 10-11.30 Uhr: „Die Natur als Resonanzraum und als Quelle starker Wertungen“ Kanzelreden 2019 Teil 5 in der Michaeliskirche Leipzig
  • 7. November 2019 ab 19.30 Uhr:  „Meißner Friedensseminare – Schöne Erinnerung oder Verpflichtung für die Zukunft?“ gesellschaftspolitischer Gesprächsabend in der Trinitatiskirchgemeinde Meißen
  • 10.-13. November 2019: „Auf dem Weg zu einer Kirche der Gerechtigkeit und des Friedens“ Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)
  • 10.-20. November 2019: Ökumenische Friedensdekade zum Thema „friedensklima“

Mehr Informationen zu den Veranstaltungen finden Sie hier