„Fürchte dich nicht!“

„Fürchte dich nicht!“ unter diesem Motto steht die zweite Fastenwoche der Aktion „7 Wochen ohne“.

Was für ein Satz in einer Zeit, wo der Coronavirus sich nun auch im westlichen Teil der Welt ausbreitet, Veranstaltungen aus Sorge abgesagt und Supermarktregale leergekauft werden.

Was für ein Satz angesichts der Lage der Menschen in Nordsyrien und der Flüchtlinge im Grenzgebiet zwischen Türkei und Griechenland, angesichts eines übervollen Füchtlingslagers auf Lesbos und der Gewalt, die all die Menschen tagtäglich erleben.

Was für ein Satz angesichts der Angst der Bevölkerung und der Politiker in unserem Land, diesen Menschen in unserer Mitte Raum und Schutz zu gewähren.

„Fürchte dich nicht!“ – Was haben wir wirklich zu befürchten?

 

Kerstin Göpfert
Referentin für den Ökumenischen Weg

 

Bild: www.7wochenohne.de

Vorrang für das Militär!?

Diesen Satz las unter den Meldungen zum Großmanöver Defender 2020, das in diesen Tagen anläuft. Die Deutsche Bahn sichert dem Militär den Vorrang auf der Schiene zu, wenn Truppen mit ihren Maschinen quer durch Deutschland ins Baltikum und nach Polen verlegt werden, z.B. auf der Linie „Mannheim – Nürnberg – Dresden – Görlitz“ . Es handelt sich um 37.000 Soldaten der US-Streitkräfte, dazu mindestens 1.750 direkt beteiligte Soldaten der Bundeswehr. Im April/Mai findet das Großmanöver statt, danach erfolgt der Rücktransport. Laut offizieller Mitteilung „kann eine Beeinträchtigung des zivilen Personen- und Güterverkehrs nicht ausgeschlossen werden.“
Nun würde mich als selten Reisenden diese Vereinbarung gar nicht so provozieren, stünde sie nicht symbolisch für den insgesamt wieder erstarkenden Vorrang für das Militär. Weltweit demonstrieren Menschen für eine Eindämmung des Klimawandels und unterstützen Bemühungen gegen die Umweltzerstörung. Politiker verschiedener Parteien sichern den um ihre Zukunft fürchtenden Jugendlichen Verständnis und ihren Einsatz zu. Wie passt das zusammen mit dem Manöver, bei dem allein durch die Riesentransporte CO² in erheblichen Mengen produziert wird, bei dem durch die Panzer nicht nur die Natur zerpflügt wird, sondern die Böden auch durch Schadstoffe belastet werden, genauso wie durch den (Aus)Bau von Tankanlagen, z.B. auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz.
Und die Nato-Staaten setzen alles daran, ihren Rüstungshaushalt auf 2% des Bruttoinlandsproduktes zu erhöhen. Dafür werden Mittel und Ressourcen verschlungen, die für soziale, ökologische und infrastrukturelle Aufgaben schmerzlich fehlen.
„Wenn du denkst, es nimmt ein glückliches Ende, dann hast Du nicht aufgepasst“ sagt ein Akteur der Serie „Game of Thrones“, Ramsey Bolton. Mit diesem Zitat startete die „Aktion Aufschrei“, ein Bündnis aus 16 Trägerorganisationen (u.a. pax christi), im vergangenen Jahr die Kampagne „Game over“. Während in der Serie erbittert um den eisernen Thron aus Schwertern gestritten wird, tragen Menschen in der Realität echte, blutige Kriege aus – mit den symbolisch dargestellten (vor allem auch in Deutschland produzierten) Gewehren des Waffenhandels. Der „Waffenthron“ im Bild oben ruft auf: Game over – stoppt den Waffenhandel.
Mir fiel der Satz Boltons plötzlich wieder ein, als ich die Nachrichten über das Manöver Defender 2020 las. Als ich mich vor ca. 40 Jahren der Friedensbewegung pax christi anschloss, da gab es den ganz klaren Vorrang für das Militär. Seitdem hat sich viel verändert. Z.B. müssen junge Leute, denen ich damals beistand, heute nicht mehr ihr Gewissen prüfen lassen, um als Kriegsdienstverweigerer anerkannt zu werden. Stattdessen wurden Friedensdienste ausgebaut und aktuell plant Österreich den Aufbau eines solchen Dienstes nach dem deutschen Vorbild.
Ja, manchmal scheint alles auf ein „glückliches Ende“ hinauszulaufen. Aber dann holt mich doch die Realität wieder ein. Und darum bleibe ich aktiv bei pax christi. Darum achte ich darauf, ob im Umfeld von Defender 2020 z.B. zu Mahnwachen aufgerufen wird. Darum unterstütze ich Aktionen von pax christi wie die Aktion Aufschrei mit dem „Waffenthron“.

„Wenn du denkst, es nimmt ein glückliches Ende, dann hast Du nicht aufgepasst“.

Reiner Wanke, pax christi ost

Klimafasten

Seit einigen Tagen laufen diverse Fastenaktionen. Auch Spätentschlossene können sich noch anschließen, z.B. beim Klimafasten.
Fasten für Klimaschutz und Klimagerechtigkeit…

  • tut Leib und Seele gut: Spüren und erleben, was ich wirklich brauche was wichtig ist für ein gutes Leben im Einklang mit der Schöpfung.
  • lässt Herz, Hand und Verstand anders und achtsamer mit der Schöpfung und den Mitgeschöpfen umgehen.
  • weitet den Blick, bereitet auf Ostern vor, verändert mich und die Welt.

Die Aktion möchte einladen, bewusst zu verzichten, Gewohnheiten zu überdenken und Alternativen auszuprobieren. Jede der sieben Wochen steht unter einem anderen Thema, zu jedem Thema gibt es Anregungen, praktische Tipps und weiterführende Links. Broschüren, Plakat und Aufkleber kann  man bestellen, es gibt aber auch Material zum downloaden.
Mehr Infos und Material zum Download: www.klimafasten.de
Eine Liste weiterer Fastenaktionen finden Sie auf unserer Webseite: https://www.oekumenischerweg.de

Ökumenischer Gottesdienst im Dreiländereck zum Gedenken des Kriegsendes vor 75 Jahren

Zu einem Ökumenischen Gottesdienst zum Gedenken des Kriegsendes vor 75 Jahren laden am 8. Mai 2020 um 17:00 Uhr Kirchen und Arbeitsgemeinschaften nach Zittau ein.
Unter dem Thema „Frieden! Pokój! Mír!“ begegnen sich Christinnen, Christen und Interessierte aus der Region des Dreiländerecks aus Deutschland, Polen und Tschechien, um gemeinsam Gottesdienst zu feiern. Im Anschluss laden die Veranstalter – die Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens, die Ev. Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, die Bistümer Dresden und Görlitz, die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen im Freistaat Sachsen und der Ökumenische Rat Berlin-Brandenburg – zu einem Picknick der Begegnung ein.
Für Gemeinden, die dem Kriegsende in ihrer Region gedenken, liegt ab Ende März ein Materialheft im PDF-Format vor – unter anderem mit einer Predigmeditation zu Ps. 85,10+11 sowie Bausteinen für die musikalische Gestaltung eines Gottesdienstes, für einen Gottesdienst mit Kindern und für die Arbeit mit Konfirmandinnen und Konfirmanden. Sobald die Veröffentlichung bereitsteht, finden Sie diese hier und unter Materialien zum Bestellen und Downloaden.

Aktionstag Umwelt auf der Zentraldeponie in Cröbern

Der Katholikenrat und das Bistum Dresden-Meißen laden Sie ein zu einem großen Aktionstag zum Thema Umwelt und Bewahrung der Schöpfung – an einem ungewöhlichen Ort: auf einer Mülldeponie!
Geplant sind Workshops, Gespräche, Vorträge, Angebote für Kinder, Führungen, Best-practice-Beispiele, Livemusik, ein Markt der Möglichkeiten, Bühnenprogramm, Imbiss und vieles mehr.
Mehr Infos finden Sie unter: www.bistumsumwelttag.wordpress.com/

Christliche BEGEGNUNGStage in Graz

2020 finden die die Christlichen Begegnungstage von 3. bis 5. Juli in Graz statt. Diese stehen unter dem Motto „Von Angesicht zu Angesicht“ und wollen RaumRaum für Dialog und Austausch für Gäste aus neun Ländern bieten. Zentrale Themen sind das Klima, Migration, sozialer Wandel und Künstliche Intelligenz. Zu den Christlichen BEGEGNUNGstagen 2020 laden die drei Evangelischen Kirchen in Österreich, die lutherische, die reformierte und die methodistische Kirche, gemeinsam mit der Diözese Graz-Seckau der Römisch-katholischen Kirche ein.
Interessierte finden Informationen unter: www.evlks.de und  www.face2face2020.at
Vom Landesjugendpfarramt wird eine kleine Gruppe der Jugendarbeit Barrierefrei  JUB nach Graz aufbrechen und sich auch inhaltlich bei den Christlichen BEGEGNUNGstagen einbringen.
Mehr Informationen: www.evjusa.de

Internationales Sommer-Begegnungszeltlager im östlichen Siebenbürgen/Rumänien

Junge Leute aus verschiedenen Ländern (GR/RO/D/PL/CZ/N) bauen mitten im Walde in einem wunderschönen Tal der Ostkarpaten (Bez. Harghita) einen eigenen Lebensraum – ein eigenes Dorf. Die Teilnehmenden werden Rumänien mit den verschiedenen Kulturen, Ethnien und Lebensweisen kennen lernen. Sie treffen Menschen in ihren ursprünglichen Lebenskontexten und lauschen ihren Lebens- und Glaubensgeschichten. Es wird europäische Gemeinschaft praktiziert.
Eine veränderte Betrachtung der eigenen persönlichen Situation, ein Verständnis für die Vielschichtigkeit Europas und die Weitung des eigenen Horizonts sind garantiert.
Mehr Informationen unter: www.evjusa.de

Preisträger für Nachhaltigkeitspreis gesucht

Die Evangelische Bank hat ihren Nachhaltigkeitspreis 2020 unter das Motto „Zukunft geht nur nachhaltig – Agenda 2030, fertig, los“ gestellt. Bewerben können sich Gemeinden, Initiativen, Einrichtungen etc., die einen Beitrag dazu leisten, die SDGs zu erreichen. Die ersten drei Preisträger erhalten eine Fördersumme von insgesamt 20 000 Euro ( 10 000, 7000 und 3000 Euro).

Die Bewerbung ist bis zum 16.04.2020 möglich. Die Bewerbungsunterlagen finden Sie unter: www.eb.de/nachhaltigkeitspreis.

Ausstellung „Wege in die Zukunft“

Die Wanderausstellung „Wege in die Zukunft – für dich und die Welt“ zeigt, wie man durch Anpassung des eigenen Verhaltens, aber auch durch politisches und gesellschaftliches Engagement Wege in eine zukunftsfähige Welt einschlagen kann. Ernährung, Kleidung, Mobilität, Wohnen, technische Geräte und der Übergang unserer Gesellschaft auf einen nachhaltigen Entwicklungspfad sind Themen der Ausstellung.
Bei der Ausstellung handelt es sich um eine Wanderausstellung, die auch von Kirchgemeinden kostenlos ausgeliehen werden kann.
Nähere Informationen: www.renn-netzwerk.dewww.kirche-dresden.de

Termine im März 2020

6. März 2020: Weltgebetstag der Frauen in vielen Kirchgemeinden Sachsens und weltweit
6. März 2020 ab 18 Uhr: Gebet zur Bewahrung der Schöpfung in der Ökokirche Deutzen
11., 18. + 25. März 2020 ab 19.30: Friedensstiftertraining für Jugendliche in Dresden Weixdorf
13.-15. März 2020: Studienfahrt nach Terezin/Teresienstadt
17. März 2020 ab 19.00 Uhr: „Freiwilligendienst. Was mein Jahr in der Ferne mit mir macht“ im Ev. Luth. Missionswerk Leipzig
20. März 2020 ab 19.30: „Klimawandel – Zeit zum Handeln – Was tut die Stadt Dresden?“ Politisches Nachtgebet in Dresden Bad-Weißer-Hirsch-Kirche
21. März 2020 ab 9.00 Uhr: Waldputzaktion in Lampertswalde
30. März 2020 ab 19.30 Uhr: „Überwachung im digitalen Zeitalter – wieviel Privatsphäre haben wir noch?“ Impulsvortrag und Diskussion in Dresden in der Zionsgemeinde
30. März 2020 ab 19.30: Theologischer Montag – Gesprächsreihe zum Interreligiösen Dialog in der Ev.-Luth. Taborkirche Kleinzschocher
1. April 2020 ab 18 Uhr: Interreligiöse Mahlfeier in Leipzig im Budde-Haus
2.-3. April 2020: Friedenssucher Fortbildung am TPI in Moritzburg
3. April 2020 ab 18 Uhr: Gebet zur Bewahrung der Schöpfung in der Ökokirche Deutzen
3.-5. April 2020: Wer bewahrt die Schöpfung? – Absolvent*innenfortbildung des Kirchlichen Fernunterrichts und Prädikantenfortbildung im Zinzendorfhaus Neudietendorf
4. April 2020 ab 9.30 Uhr Tagung Klimagerechtes Wirtschaften – wissenschaftliche, philosophische und religiöse Perspektiven bei anders-wachsen in Leipzig

Mehr Informationen zu den Veranstaltungen finden Sie auf unserer Webseite: www.oekumenischerweg.de